MINERGA - Infothek

Fachkunde rund ums Bauen für Einsteiger




Baugenehmigungsverfahren

Ohne schriftliche Erklärung der zuständigen Baubehörde ist die Errichtung, die Veränderung oder der Abriss von Gebäuden nicht gestattet. Anhand des eingereichten Antrags prüft die Behörde, ob dem Bauvorhaben derzeit geltende öffentlich-rechtliche Vorschriften nicht entgegenstehen, beispielsweise Auflagen nach dem Bebauungsplan. Die einzureichenden Unterlagen umfassen neben dem Antrag auf Baugenehmigung Baubeschreibung, Baupläne, Lageplan und so weiter; sie müssen in zwei- bis dreifacher Ausfertigung vorgelegt werden.

Beim Neubau in einem Baugebiet mit gültigem Bebauungsplan reicht die Einreichung des Bauantrages im „Genehmigungsfreistellungsverfahren“. Der Baubeginn kann 4 Wochen nach Einreichung der Unterlagen beim zuständigen Bauamt auch ohne schriftliche Genehmigung erfolgen. In der Regel erhält der Bauherr innerhalb dieser 4 Wochen einen schriftlichen Bescheid.




Bebauungsplan

Im Bebauungsplan für ein Baugebiet werden durch die Gemeinde bestimmte Vorgaben zur baulichen Gestaltung rechtsverbindlich festgelegt, zum Beispiel die Art der Nutzung, die Anzahl der Stockwerke, die Wahl der Baustoffe, der Fensterformate, der Dachneigung. Der freien Gestaltung sind somit Grenzen gesetzt. Bei der Planung eines Neubaus müssen diese Festsetzungen berücksichtigt werden.




Blower-Door-Test

Für die Messung der Luftdurchlässigkeit / Winddichtheit eines Gebäudes wird ein Ventilator (englisch: Blower) luftdicht in die Öffnung einer Tür (englisch: Door) oder eines Fensters eingebaut.

Bei Ventilatorbetrieb und geschlossenen Türen und Fenstern kann im Gebäude eine Druckdifferenz (Unter- oder Überdruck) zur Außenluft erzeugt werden. Die Höhe der Druckdifferenz (ca. 10 bis 60 Pascal) ist über die Ventilatordrehzahl einstellbar.

Der bei einer bestimmten Druckdifferenz (50 Pascal = 0,5 mbar) geförderte Luftstrom wird als Volumenstrom der Luftdurchlässigkeit bezeichnet. Das Verhältnis von Volumenstrom zum Innenvolumen des Gebäudes wird als Luftwechselrate (n50) bezeichnet. Sie gibt Aufschluss über die Güte der Luftdichtheit einer Gebäudehülle.




Warum Winddichtheit

Luftdichtheit des Gebäudes ist unumgänglich, wenn der gerechnete Heizenergiebedarf tatsächlich erreicht werden soll.
- Vermeiden von unangenehmer Zugluft in den Räumen, nicht nur an windigen Tagen.
- Erhöhung der Effektivität von Abluftanlagen mit und ohne Wärmerückgewinnung.
- Erhaltung des Dämmwertes der Wärmedämmung

Vermeidung von Feuchteeintrag in die Konstruktion und damit Vorbeugung von Fäulnis und Schimmelbildung durch Tauwasserbildung an den undichten Gebäudestellen.
- Sicherung der Bausubstanz, Wohnqualität und Wertbeständigkeit des Gebäudes auf Dauer.




Bodenplatte

Ein Haus braucht schon eine warme "Fußsohle" damit die gespeicherte Wärme nicht einfach ins Erdreich abfließen kann.

Sie wirkt hocheffizient gegen Wärmeverluste und unterscheidet sich im Aufbau wesentlich von den konventionellen Bodenplatten. Dabei wird die eigentliche Beton-Fundamentplatte in eine „Dämmstoffwanne“ eingearbeitet. In diese wärmegedämmte Fundamentplatte wird eine Niedertemperatur-Fußbodenheizung integriert. Der Beton dient hier als Wärmespeicher. Passivhaus Bodenplatten unterschreiten die Anforderungen der ENeV um ca. 50%. Für den Bewohner eines Hauses mit einer Passivhaus Bodenplatte mit Flächenheizung bedeutet dies eine Ersparnis der Energie-Nebenkosten um ca. 40%.




Brennwerttechnik

Mit Erdgas lässt sich diese Technik besonders effizient nutzen. Gas-Brennwertgeräte können z.B. gegenüber modernen Niedertemperatur-Heizkesseln ohne Brennwertnutzung bis zu 15 Prozent Energie sparen. Brennwertgeräte können grundsätzlich in jede Heizungsanlage eingebaut werden. Besonders vorteilhaft sind moderne Niedertemperatur-Systeme mit niedrigen Vorlauf-/Rücklauftemperaturen.




Dachformen

Beim Neubau ist die gewünschte Dachform abhängig von den in den textlichen Festsetzungen des Bebauungsplanes vorgegebenen Optionen.

Satteldach
Die häufigste Dachform auf deutschen Einfamilienhäusern ist das Satteldach. Die Beliebtheit dieser Dachform hängt auch eng mit deren hohem Schutz- und Funktionswert zusammen. Satteldächer - in unterschiedlichen Neigungsgraden - lassen sich mit anderen Dachformen vielseitig kombinieren, so dass in der Draufsicht T- oder L-Formen entstehen. Satteldächer lassen Regenwasser schnell ablaufen und bieten eine ideale glatte und große Fläche für moderne Solarelemente.

- Walm- oder Krüppelwalmdach
Sehr charakteristisch und ebenfalls beliebt bei deutschen Bauherren ist das Walm- oder Krüppelwalmdach. Durch die kleinen Giebeldachflächen schützt es vierseitig vor Wind und Wetter. Das Walmdach findet vor allem bei der Planung von Bungalows Anwendung.


- Mansarddach

Vorrangig bei alten Häusern ist das Mansarddach heute zu bewundern. Wieder umgesetzt wird diese Dachform bei vielen Schwedenhäusern, die durch die geschwungene Dachform elegant und raffiniert wirken. Durch die Stufigkeit der Dachfläche entsteht im Innern zusätzlich nutzbare Wohnfläche - ein wesentlicher Vorteil für die Bewohner.


- Zeltdach
Besonders bei mediterran anmutenden Häusern wird das Zeltdach vielfach eingesetzt. Mit ihren vier leicht geneigten und gleichförmigen Dachseiten wirken vor allem zweigeschossige quadratische Häuser stimmig. Zeltdächer sind meistens innen im Raum nach oben offen, auf Dachböden wird verzichtet. Zeltdächer bieten dem Wind wegen der leichten Neigung weniger Angriffsfläche, Regen dagegen fließt langsamer ab.




Energie-Einsparverordnung "EnEV“

Ein wesentliches Element der Energiespar- und Klimaschutzpolitik in Deutschland ist die Energieeinsparverordnung (EnEV), die mit der Neufassung an den verbesserten Stand der Technik angepasst wurde.
Die EnEV fasst die bisherigen Anforderungen der Wärmeschutzverordnung (WSVO) und der Heizungsanlagenverordnung zusammen und setzt neue Standards für die Energieeinsparung bei Neubauten: Der zulässige Energiebedarf der Gebäude soll um rund 30 Prozent gesenkt werden, womit der so genannte Niedrigenergiehaus-Standard zur Regel wird.

Mit der EnEV wurde auch der Energieausweis für Neubauten zur Pflicht. Er soll die Energieeffizienz von Gebäuden für Eigentümer, Mieter und den Immobilienmarkt transparent machen.




Fertighaus

Ein Fertighaus besteht aus vorgefertigten Eintelbauteilen. Der Grad der Vorfertigung, der in Produktionshallen von Holzhaus Anbietern häufig computergesteuert geschieht, ist extrem hoch. Fertighäuser sind in fast allen Fällen (ca. 96%) Holzhäuser. Dabei werden folgende Arten der Holz-Fertighäuser unterschieden: Häuser in Holztafelbauweise, Holzskeletthäuser, Holzblockhäuser, Häuser aus Holzrahmenbau, Mischbauweisen mit Holz.

Der Begriff „fertig“ bezieht sich bei den Fertighäusern auf die bereits „fertigen“ Holzelemente der Wände und Decken und nicht auf den Fertigstellungsgrad des errichteten Hauses.




Holzhaus

Ein Holzhaus ist ein Haus, das überwiegend aus Holz gefertigt wird. Dabei kann die Aussenfassade eines Holzhauses auch mit Verblendsteinen oder mit Holz-Klinker-Kombinationen errichtet werden.

In Deutschland werden mit steigender Tendenz wie schon in unseren Nachbarländern Ein- und Zweifamilienhäuser in Holzbauweise errichtet. Ihre Vorzüge in Gestaltung und Nutzung, Wohnqualität und Werterhalt, Ökologie und Ökonomie überzeugen Bauherren und Planer.




Kniestock oder Drempel

Kniestock nennt sich die an der Traufseite eines Hauses aufgemauerte Außenwandkonstruktion des Obergeschosses auf der die Dachkonstruktion aufgelegt wird. Beim Dachgeschoßausbau spielt die Höhe des Kniestocks, häufig auch "" genannt, eine wichtige Rolle für die Wohnraumnutzung im Obergeschoss. Je höher der Kniestock ist, desto mehr Stellfläche steht unter den Dachschrägen als Wohnraum zur Verfügung. Häufig wird beim nachträglichen Dachgeschoßausbau eine zusätzliche Wand weiter nach innen vor die eigentliche Kniestockwand gesetzt, um eine höhere senkrechte Zimmerwand als nutzbare Stellfläche zu bekommen. Diese Wand heißt dann auch Drempelwand.




Koeffizient für solaren Wärmegewinn

Die neue Wärmeschutzverordnung berücksichtigt die Solarwärme. Sie schreibt vor, mit welchem Wärmegewinn bei Süd-, Ost-, West- und Nordfenstern gerechnet werden kann. Die anzusetzenden Wärmegewinne werden in der neuen Wärmeschutzverordnung durch Koeffizienten ausgedrückt. Die Berechnung erfolgt von Statikern.
k-Wert (alte Bezeichnung) = neue Bezeichnung:
U-Wert
Die alte Bezeichnung k-Wert wurde durch den neu zu verwendenden Begriff U-Wert ersetzt. Der U-Wert ist der Wärmedurchgangskoeffizient zur Beurteilung der Wärmedämmfähigkeit eines Bauteiles und zum Nachweis der Wärmeverluste eines Gebäudes. Je kleiner der k-Wert, um so besser der Wärmeschutz und desto geringer die Heizkosten für den Nutzer des Hauses.

Der U-Wert gibt an, wie groß die in Watt gemessene Wärmemenge ist, die durch einen Quadratmeter Wandfläche innerhalb einer Stunde tritt, wenn die Lufttemperatur zu beiden Seiten der Wand sich um ein Grad Celsius unterscheidet. Je niedriger dieser Wert ist, desto besser ist der Wärmeschutz.




Massivhaus

Das Gegenstück vom Fertighaus ist das so genannte Massivhaus. Das Massivhaus wird konventionell „Stein auf Stein“ gesetzt. Umgangssprachlich ist mit „Massivhaus“ daher die Bauweise „Stein auf Stein“ gemeint. Im Gegensatz zum Fertighaus werden beim Massivhaus alle Außenwände aus massiven Steinen (Kalksandstein) Porenbeton oder Betonelementen errichtet.




Passivhaus

Das Besondere an einem Passivhaus ist, dass durch höchste Dämmung von Gebäudehülle und effizienter Haustechnik der Wärmebedarf so weit verringert wird, dass neben einer hoch effizienten Wärmerückgewinnung durch ein komfortables Lüftungssystem die "kostenlosen" Energiebeiträge ausreichen, um das Gebäude angenehm warm zu halten.

Diese kostenlosen Energiebeiträge sind:

-- Einstrahlende Sonnenenergie
-- Eigenwärme der Personen im Haus
-- Wärmeabgabe von Räumen und Geräten

Der geringfügig verbleibende Heizwärmebedarf kann über eine Nacherwärmung der Zuluft oder durch gespeicherte Sonnenwärme gedeckt werden. Die folgenden, wesentlichen Merkmale eines Passivhauses genügen, um den Passivhaus-Standard zu erreichen:

Passivhäuser sind optimal ausgerichtet: das bedeutet, dass große Fenster nach Süden zeigen, um möglichst viel Sonnenenergie im Winter einzufangen, kleine Fenster kommen nach Norden und werden mit besserer Wärmeschutzverglasung (mindestens 3-fach-Verglasung bzw. spezielle Passivhausfenster) ausgestattet.
Passivhäuser sind "supergedämmt"(Bodenplatte, Kellerdecke, Außenwände, Fenster und Türen, Dach) mit extrem niedrigen Wärmedurchgangskoeffizienten für alle Außenbauteile. Wenn mit zusätzlichen Dämmstoffen gearbeitet wird, sind diese zwischen 25 und 40 cm und wärmebrückenfrei sowie luftdicht (Blower-Door-Test)
Dreifachverglasungen mit zwei Beschichtungen sorgen für passiv solare Gewinne, die die Wärmeverluste sogar in den Wintermonaten übersteigen.
Eine Komfortlüftung (automatische Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung) holt 80% der Wärme aus der verbrauchten Luft wieder zurück (z.B. aus dem Bad, dem Wohnzimmer, der Küche) und sorgt zugleich für kontinuierlich frische Zuluft von außen im ganzen Haus. Die Bewohner erleben ein besonders behagliches Wohngefühl.

Beim Passivhaus beläuft sich der zusätzliche Heizwärmebedarf auf maximal 15 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr.

Da beim Passivhaus auf den Einbau einer herkömmlichen Heizung verzichtet werden kann, werden die beim Bau höheren Kosten für die besondere Wärmedämmung, eine Lüftungsanlage und die Solarwärmenutzung zum Teil kompensiert. So macht sich die anfängliche Mehrinvestition im Laufe der Jahre durch die eingesparten Heizkosten bei ständig steigenden Energiepreisen bald bezahlt. Zugleich verringert sich die Umweltbelastung durch weniger Verbrauch von fossiler oder anderer Energie und durch weniger Ausstoß von Heizabgasen (co2-Ausstoß)

Das Passivhaus ist eine konsequente Weiterentwicklung des Niedrigenergie-Hauses und bietet kostengünstiges, umweltfreundliches und behagliches Wohnen. Der Trend zu Passivhäusern nimmt unter den Bauwilligen stetig zu.




Perimeterdämmung

Unter der Perimeterdämmung versteht man eine außenseitige Dämmung an erdberührenden Bauteilen, also in den meisten Fällen die Wärmedämmung der Keller-Außenwände bzw. die Dämmung unterhalb der Bodenplatte/ Sohlplatte eines Gebäudes, wie auch die Wanddämmung einer im Erdreich eingebundenen Kelleraußenwand.

Die Perimeterdämmung besteht aus Wärmedämmstoffen, die nur geringe Wassermengen aufnehmen können und druckfest sind, z.B. bestimmte Polystyrol-Hartschaumplatten (Styrodur). Gegenüber einer Innen liegenden Dämmung hat die Außen liegende Perimeterdämmung den Vorteil, dass sie schon in der Rohbauphase eingebracht werden kann, keine Dampfsperre benötigt, die Abdichtung der Kellerwand (Bitumenabdichtung oder Kunststoff-Folien) während der Bauzeit und beim Verfüllen der Baugrube schützt sowie das Bauwerk wärmebrückenfrei umhüllt. Auch Recycling-Materialien wie Glasschaum-Granulat (Glapor) und Glasschaumplatten (aus reinem Altglas) werden als Perimeterdämmung verwendet.




Primärenergiebedarf

Der Primärenergiebedarf berücksichtigt neben dem Endenergiebedarf für Heizung und Warmwasser auch die Verluste, die von der Gewinnung des Energieträgers (Strom, Gas, Öl, Holzpellets usw.)an seiner Quelle über Aufbereitung und Transport bis zum Gebäude anfallen.

Der Primärenergiebedarf eines Gebäudes enthält alle Faktoren, die Einfluss auf den Energieverbrauch eines Gebäudes haben: Dazu zählen beispielsweise die Qualität der Gebäudehülle, also Außenwände, Dach und Fenster, die Gewinnung von Energie durch die Sonneneinstrahlung, durch die Körperwärme der Bewohner in den Räumen und durch die in den Räumen befindlichen Geräte so wie auch der Warmwasserbedarf und die Effizienz der Warmwasser-Aufbereitung.

Die Energieträger, also Öl, Gas, Biogas, Kohle oder Holzpellets werden beim Primärenergiebedarf auch mit in die Rechnung einbezogen. Berechnet wird dabei auch der Energieverlust, der durch die Gewinnung des Energieträgers, die Aufbereitung und den Transport bis zum Endverbraucher – dem Wohnhaus - entsteht. Diese Energieverluste durch die Gewinnung, die Aufbereitung und den Transport von Energieträgern beschreibt der Primärenergiefaktor.
Zur Ermittlung des Primärenergiebedarfs wird deshalb der Endenergiebedarf eines Gebäudes mit dem Primärenergiefaktor multipliziert.

Das bedeutet beispielsweise: Ein mit Holzpellets beheiztes Haus hat einen viel niedrigeren Primärenergiebedarf als eines, das mit Öl oder direkt mit Strom beheizt wird. Ein Haus, das die strengen Kriterien der KfW-Förderung erfüllt, darf nicht mehr als 60 kWh/m2a verbrauchen und gilt dann als so genanntes KfW-60-Haus.




Schnurgerüst

Ist die Baugrube ausgehoben, wird das Haus entsprechend dem amtlichen Lageplan von einem beauftragten Vermessungsingenieurbüro abgesteckt. Die Fluchten des Bauvorhabens markieren »Schnurgerüste«. Der Vermessungsingenieur fertigt danach eine Absteckungsbescheinigung aus, die bei einer erforderlichen Rohbau-Abnahme der Baubehörde vorgelegt werden kann. Dazu ist jeder Bauherr verpflichtet, denn alle Vermessungs- und Katastergesetze der Bundesländer verpflichten den Bauherrn, bei der Errichtung eines Gebäudes oder bei einer sonstigen Grundrissänderung die bauliche Anlage von einer Vermessungsstelle katastermäßig einmessen zu lassen. Diese Grenzinnehaltungsbescheinigung und besagt auch, dass das Gebäude innerhalb der Grundstücksgrenzen ordnungsgemäß errichtet wurde und sollte daher gut aufbewahrt werden.




Sockelputz

Fassaden sind im Sockelbereich neben den üblichen Witterungseinflüssen zusätzlich Spritzwasser ausgesetzt. Für diese verstärkte Feuchtebelastung stehen spezielle Sockelputze zur Verfügung. Sie stellen bei richtiger Auswahl und Verarbeitung einen verlässlichen und dauerhaften Schutz vor eindringender Feuchtigkeit dar. Dies ist vor allem bei Holzrahmenhäusern wichtig, die zusätzlich mit einem Sockelmauerwerk errichtet werden sollten. Der Sockelputz wird aus Werktrockenmörtel hergestellt und auf der Baustelle nur mit Wasser angerührt. Er lässt sich von Hand sowie maschinell verarbeiten.




Solaranlagen

Solaranlagen sind eine sinnvolle und umweltfreundliche Ergänzung zur herkömmlichen Heizanlage und werden daher vom Land besonders gefördert. Dies führt zu einem stetigen Anstieg von Solarenergie-Nutzern. Solaranlagen decken bis zu zwei Drittel des Energiebedarfs zur Warmwasserbereitung des Hauses ab - auch ohne ständiges Sonnenwetter. In modernen Niedrigenergie-Häusern oder in Passivhäusern ist eine Solaranlage kombiniert mit einer Wärmerückgewinnungs-Anlage heute ein MUSS, um die Anforderungen an die EnEV bzw. an die Forderungen des Passivhaus-Standards zu erfüllen. Außerdem spart der Hausbewohner in Zukunft viel Geld beim Heizen und beim Warmwasser!




Solarer Wärmegewinn

Das ist jedem Wintersportler bekannt: selbst bei Frost kann man sich im Winter im Badeanzug sonnen. Man kann sich sogar einen Sonnenbrand holen. Auch geringe Sonnenwärme beeinflusst den Wärmeverbrauch eines Hauses positiv. Die neue Wärmeschutzverordnung berücksichtigt diesen solaren Wärmegewinn. Bei einem oder gar Passivhaus ist der Wärmebedarf so gering, dass der solare Wärmegewinn deutlich spürbar und messbar ist.




Schwedenhaus

Die Vorzüge eines Schwedenhauses sind sein unverkennbarer Wiedererkennungswert, seine Individualität und seine Optik. Typisch ist diese Bauart mit farbiger Holzfassade und der fast schon obligatorischen Eingangsveranda ()

Wer sich bei seinem Neubau für ein schwedisches Fertighaus entscheidet, kennt dessen Vorteile: architektonisch einzigartig, ökologisch bewusst und langlebig.




Tondachziegel

Tondachziegel gibt es seit Jahrtausenden, heute erfreuen sie sich wieder größter Beliebtheit bei den Hausbauern. Ziegel aus gebranntem Ton bestehen aus natürlichen Rohstoffen unserer Erde, die schonend und umweltfreundlich verarbeitet werden. Tondachziegel nehmen durch die kapilaren Poren im Material Feuchtigkeit als Wasser oder Dampf auf und geben sie relativ schnell wieder an die Luft ab.
Diese Eigenschaft der Diffusionsoffenheit ermöglicht ein gutes Wohnraumklima und schützt außerdem den Dachstuhl durch die Ableitung der Feuchtigkeit. Tondachziegel sind wie Betondachsteine absolut regendicht. Über die Jahre erhalten Tonziegel eine wunderschöne Patina und entwickeln – je nach Material und Oberflächenbehandlung – ihre wahre Schönheit! Besonders zu Häusern im mediterranen Stil ein MUSS!
Heute werden keramische Dachziegel in verschiedenen Oberflächenveredelungen angeboten, wie z.B. farbigen Engoben und Glasuren.
- Engoben sind natürliche Tonschlämme, die kurz vor dem Brennen aufgesprüht werden und beim Brennvorgang im Ofen eine unlösbare Verbindung mit dem Ziegel eingehen. Durch ihre offenporige Struktur behält der Ziegel seine guten Eigenschaften, wird aber widerstands-fähiger gegen sauren Regen, gegen extreme Witterungen und gegen UV-Strahlen.
- Glasuren zeigen eine glänzende Oberfläche und bieten eine noch größere Resistenz des Ziegels gegenüber aggressiven Umweltbelastungen, verhindern die schnelle Vermoosung und einen frühzeitigen Glanzabbau des Tonziegeldaches.




Transmissionswärmeverlust

Wärmeverlust durch die Bauteile: Wand, Fenster, Decke, Boden. Der Transmissionswärmeverlust lässt sich durch eine gute Wärmedämmung eines Hauses wesentlich senken.




Traufe

Vereinfacht gesagt ist die Traufe der Teil des Hauses, auf dessen Dachseite die Dachrinne angebracht ist. In der Regel ist dies die „lange Seite“ des Hauses. Die „schmalen Seiten“ eines Hauses sind die Giebelseiten.




Wärmerückgewinnung

Wärmerückgewinnungsanlagen mit kontrollierter Be- und Entlüftung sind moderne, äußerst effiziente Anlagen. Dabei wird die von außen kommende Frischluft von der aus dem Haus kommenden warmen, verbrauchten Abluft vorgeheizt, ohne dass sich diese beiden Luftströme vermischen. So lassen sich bis etwa 80% der Lüftungswärme zurückgewinnen und wieder nutzen. Damit wird der Lüftungswärmebedarf gesenkt. Diese Anlagen werden vornehmlich in so genannten KfW-60 bzw. KfW-40-Häusern eingesetzt.




Der Wärmebedarfsausweis

soll auch Laien ermöglichen, den Wärmeschutz eines Gebäudes zu beurteilen. Er beschreibt, wie viel Heizwärme das Gebäude rechnerisch im Jahr benötigt.
Der so genannte Jahresheizwärmebedarf wird pro Quadratmeter Wohnfläche angegeben.
Der Wärmebedarfsausweis ist Käufern, Mietern und sonstigen Nutzungsberechtigten eines Gebäudes auf Anforderung zur Einsichtnahme zugänglich zu machen und ab 1.01.2009 Pflicht.




Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe nimmt Wärme niedriger Temperatur aus der Umwelt (Luft, Wasser oder Erdreich) auf und gibt sie mit höherer Temperatur ab. Bei einer Ausstattung des Hauses mit einer Wärmepumpe führen Rohre in das Erdreich außerhalb des Gebäudes, in denen – je nach Heizungstyp - Wassergemische oder Luft zirkulieren, die die Wärme des Bodens aufnehmen. In der Pumpe wird diese Wärme gewonnen und mit Hilfe von Strom (für die Wärmepumpe) auf die benötigte Heiztemperatur erhöht. 75% der Energie, die für die Wärme im Gebäude verwertet wird kommt aus der Erdwärme im Boden; nur 25% werden aus dem Strom generiert. Drei Viertel der Energie, die die Wärmepumpe benötigt, stammen also aus regenerativer Energie, die im Boden gespeichert wird.

in modernen Niedrigenergiehäusern bzw. so genannten KfW-60-Häusern mit moderner Gebäudetechnik in Kombination mit Wohnraumlüftungsanlagen ausgezeichnet geeignet, fossile Heizenergie einzusparen und das Haus umweltgerecht zu erwärmen. Die Kosten solcher Anlagen amortisieren sich schnell angesichts ständig steigender Energiepreise für Öl und Gas.




Wärmeschutznachweis

Der Nachweis des baulichen Wärmeschutzes erfolgt heute nach einem grundsätzlich neuen Konzept. Im Mittelpunkt steht jetzt der Heizenergiebedarf eines Gebäudes: Bei der Berechnung werden die
- Wärmeverluste durch die Außenbauteile und Lüftung
- Wärmegewinne durch die Sonne und elektrische Geräte
in einer so genannten "Energiebilanz" erfasst.
Das Ergebnis erlaubt eine Abschätzung des Energieverbrauches des Gebäudes.
Das Nachweisverfahren der Wärmeschutzverordnung verlangt keinen Mindest-Wärmedämmwert der einzelnen Bauteile. Es fordert lediglich den Nachweis, dass das Gebäude nicht insgesamt zu viel Heizwärme benötigt und den Anforderungen der EnEV entspricht.




Wohnraumlüftungsanlagen

Die immer dichtere Bauweise bei Neubauten – Niedrigenergie- und Passivhaus tragen dazu bei, den Heizwärmebedarf deutlich zu senken. Dieser auch durch die EnEV forcierte Effekt ist sowohl energiepolitisch wie ökonomisch wichtig und sinnvoll. Er hat allerdings auch Kehrseiten: der für ein gesundes und angenehmes Raumklima notwendige Luftaustausch von verbrauchter Luft gegen Frischluft findet nicht oder nicht mehr in ausreichendem Umfang statt.
Messgröße für den Luftaustausch ist die Luftwechselrate (LWR) h-1. Ein Wohnhaus, errichtet nach den Standards der Niedrigenergie- oder Passivhausbauweise, erreicht eine LWR von 0,1 h-1. U. Für eine ausreichende Grundlüftung setzen Experten eine LWR von mindestens 0,5 h-1 an.

Um diesen Wert zu erzielen, könnte theoretisch auch manuell gelüftet werden: Jedes Fenster im Haus müsste dazu jede Stunde einmal für die Dauer von fünf Minuten geöffnet werden (Tag und Nacht, auch während der Abwesenheit der Bewohner). Dies ist realistisch gesehen also nur theoretisch machbar. Systeme zur kontrollierten Be- und Entlüftung sorgen hier für Abhilfe und liefern gleich bleibende Raumluftqualität. Die mit Wasserdampf, Gerüchen oder Schadstoffen belastete Raumluft wird kontinuierlich durch Frischluft ersetzt. Maßstab für die Raumluftbelastung ist der entsprechende CO2-Gehalt. Liegt dieser Wert bei weniger als 0,1 Volumenprozenten, so wird das Klima als angenehm empfunden. Dies wird vor allem von Bewohnern eines Passivhauses bestätigt.
Kontrollierte Wohnraumlüftung ist in jedem Fall eine wichtige Komponente, die im Übrigen auch dazu führt, dass allzu aufwändige und Kosten treibende Wärmeschutzmaßnahmen bei Berücksichtigung weiterer Kriterien (Brennwertheiztechnik, Solaranlagen etc.) bezüglich der EnEV für Niedrigenergiehäuser nicht notwendig sind. Für moderne KfW-40 Häuser oder Passivhäuser ist die kontrollierte Wohnraumlüftung aufgrund der besonderen Dämmmaßnahmen unbedingt zu berücksichtigen.